Freitag, 7. Dezember 2012

Die vier Zusatzherzen des Pferdes


Vier Zusatzherzen? Was ist das denn?

 

Es handelt sich hierbei um die Hufpumpe der vier Pferdehufe, welche eine immense Arbeit zur Aufrechterhaltung der Durchblutung sowie der Herztätigkeit und somit des Kreislaufs leistet.

Das Pferd besitzt mit einer Größe von 0,7 bis 1,1 % des Körpergewichts ein relativ kleines Herz. Es arbeitet dabei als eine Art Druck- und Saugpumpe, welche verbrauchtes Blut im rechten Vorhof ansaugt und es über die Herzkammer an die Lunge weiterleitet, um dann, angereichert mit frischem Sauerstoff, vom linken Vorhof angesaugt zu werden, um über die linke Herzkammer erneut in den Blutkreislauf transportiert zu werden.

Die Saugleistung des Pferdeherzens allein reicht aber, bedingt durch seine geringe Größe, nicht aus, um den Blutkreislauf, des doch sehr großen Pferdekörpers und somit eine einwandfreie Durchblutung, aufrechtzuerhalten. Aus diesem Grunde braucht es dabei tatkräftige Unterstützung. Diese Unterstützung erhält das Pferdeherz durch die Hufpumpe.

Wie funktioniert diese Hufpumpe?

 

Binnen zehn Tritten wird durch den Hufmechanismus eines gesunden Pferdes ca. ein Liter Blut in jedem Huf umgewälzt. Dieser Vorgang ist mit der Arbeit eines Zweitaktmotors vergleichbar. Bei Belastung des Hufes strömt Blut in das Hufinnere ein und wird bei Entlastung des Hufes durch einen Sog wieder zurück zum Körper transportiert. Das Herz saugt dann dieses, ihm entgegenströmende Blut mit seiner Saugkraft an und übernimmt damit den Rest der Durchblutungsarbeit.

Durch diesen lebenswichtigen, herzunterstützenden Vorgang wird die Hufpumpe auch als die "vier Zusatzherzen des Pferdes" bezeichnet.

Bekommt ein Pferd zu wenig Bewegung oder hat es schlechte Hufe, so kann der Hufmechanismus nicht richtig arbeiten und die Durchblutung des Pferdekörpers wird vermindert. Den meisten Pferdeleuten sind die Symptome der angelaufenen Beine wohl bekannt, welche häufig aus diesen Umständen resultieren.

Dass sich dieser Umstand - zu wenig Bewegung, schlechte Hufe - negativ auf die Herzleistung des Pferdes auswirkt, erübrigt sich anhand der oben angeführten Erklärungen, da das Herz nun versucht, bzw. versuchen muss, die Arbeit der lebenswichtigen Durchblutung zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen, völlig alleine zu übernehmen. Es kann daher leicht zu einer Stenose (Verengung) der Blutgefäße sowie zu einer Stase (Stauung) in den Gefäßen als auch, bedingt durch die starke Arbeitsleistung des Herzens, zu einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche) kommen.

Der Anspruch des Pferdes auf viel Bewegung, bei stets gut gepflegten und gesunden Hufen, erklärt sich daher nicht nur aus psychologischer und evolutionärer Sicht, sondern - und gerade - auch aus gesundheitlicher Perspektive.

Ausreichend Bewegung ist also für unsere Pferde, wortwörtlich, lebenswichtig und zur Gesunderhaltung unentbehrlich.


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Kommentare:

  1. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  2. Das ist wirklich interessant, wusste ich bisher noch nicht!

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